
Die Eishockeyabteilung des TSV Mailing-Feldkirchen stürmt am Sonntag beim großen DNHL Finaltag zur Meisterschaft der DNHL3 und krönt damit eine überaus erfolgreiche, erste Ligasaison.
Nachdem man sich über den Sommer mit der „Die Nordbayern Hockey Liga“ (DNHL) dem größten Hobby-Eishockeyligenverbund Deutschlands angeschlossen hatte, galt es abzuwarten, in welcher der insgesamt sieben Ligen man eingeteilt werden würde. Mit der dritten Liga wurden die TSV’ler, die in der DNHL als Mailing Grizzlys an den Start gehen, direkt in einer der höheren Spielklassen angesiedelt. Deshalb stieg man bereits im August voll in das Eistraining ein und absolvierte auch ein Trainingslager in Tschechien, um sich mit dem zu großen Teilen neu formierten Team einzuspielen.
Vor Saisonbeginn bestritt man zudem noch ein Testspiel gegen die Gutmann Gladiators, die vielleicht beste Hobbymannschaft der Region und Titelfavorit der DNHL2. Hier kämpften sich die Grizzlys zu einem achtbaren 1:3, verloren jedoch in Robert Majewski einen ihrer besten Spieler. Robert zog sich eine schwere Schulterverletzung zu, die für ihn gleichzeitig das Saisonaus bedeutete. Der Grizzlygang blieb er dennoch erhalten und übernahm fortan die Funktion des Trainers bei den Ligaspielen.
Und in diese startete die Mannschaft zunächst nervös. Das erste Auswärtsspiel in der PSD Bank Arena Nürnberg gewann man gegen die White Bucks zwar noch mit 3:1, zwei Wochen später, auf heimischem Eis, zitterte man sich im Rückspiel gegen den mittlerweile als Absteiger in die vierte Liga feststehenden Club jedoch nach Rückstand gerade noch zu einem 3:2. Gegen die Nürnberg Bears stand am Ende des dritten Ligaspiels dann zum ersten Mal ein relativ deutliches 6:2 für die Grizzlys auf der Anzeige der Saturn Arena. Entsprechend motiviert reiste man zum nächsten Auswärtsspiel gegen die Nürnberg Knights. Dort mussten die Mailinger Kufencracks dann jedoch die erste Niederlage hinnehmen. Nachdem man zu viele Konter der Gegner zugelassen hatte, stand es am Ende 5:5 und es ging ins alles entscheidende Penalty-Schießen. Mit besserem Ausgang für die Knights, die das Spiel 6:5 gewannen und zwei der drei zu vergebenden Punkte behalten durften, während der TSV mit nur einem Punkt im Gepäck die Heimreise antrat. Dort angekommen durfte man auch die Knights schon zwei Wochen später wieder empfangen und dank taktischer Anpassungen, hatte man die richtige Antwort auf die Niederlage parat: Ein 6:1 Heimerfolg und ein sichtlich frustrierter Gegner waren das Ergebnis.
Das Auswärtsspiel gegen die Nürnberg Bears gewann man wie schon das Hinspiel mit 6:2 und freute sich nun auf das vorläufige Highlight der Saison: Beim Advents-Heimspiel am 14. Dezember empfing man als Tabellenführer nun die bis dato ungeschlagenen Bengasi Bombers aus Pegnitz. Die Bombers hatten einen furiosen Saisonstart hingelegt und ihre Gegner meist deutlich besiegt.
Hochmotiviert für dieses Spitzenspiel schöpften die Grizzlys in jeder Hinsicht aus dem Vollen. Sowohl beim Kader – es standen alle Spieler zur Verfügung – als auch in den mit für die Zuschauer kostenlosem Glühwein und Kinderpunsch gefüllten Getränkethermen. Doch nicht nur dank des Glühweins kamen die etwa 75 Zuschauer am meisten auf ihre Kosten. Die Bombers traten das Spiel leider nur mit einem Rumpfkader an und was ein spannendes Spiel hätte werden sollen, wurde ein 12:0 Schützenfest für die Mailinger.
Im Januar stand dann ein neuer Gegner auf dem Spielplan. Der EHC Meteor Marktredwitz verlangte den Grizzlys einiges ab, konnte zuhause aber mit 5:3 bezwungen werden, ehe im darauf folgenden Auswärtsspiel die längste Fahrt der Saison anstand. Die Heimspielstätte der Marktredwitzer nämlich, liegt im oberpfälzerischen Mitterteich. Dort mühte sich das Mailinger Team gar nur zu einem 4:3 Sieg. Das letzte Hauptrundenspiel fand dann am 26. Januar im offenen Pegnitzer Eisstadion statt. Bei herrlich winterlichen Bedingungen (in weiten Teilen Frankens herrschte Schneechaos) schlug man die Bengasi Bombers nun auch in deren Bestbesetzung mit 9:1 souverän und sorgte somit für einen gelungenen Abschluss der Hauptrunde.

In den Playoffs, in die die besten vier der insgesamt 6 Teams der dritten Liga einzogen, traf man im Halbfinale nun auf den viertplatzierten EHC Meteor. Zum Auftakt der Best-Of-Three Serie gab es beim Heimspiel neben Freibier für die Zuschauer auch einen überzeugenden 8:2 Sieg zu bestaunen. Beim Auswärtsspiel in Mitterteich dann waren die Oberpfälzer jedoch wieder der bekannt unangenehme Gegner und die Grizzlygang verlor das erste Mal in der gesamten Saison schon in der regulären Spielzeit. Mit einem 2:3 fuhr man zurück nach Ingolstadt. Damit ging es in ein alles entscheidendes Spiel drei, welches sich zur absoluten Zitterpartie entwickeln sollte. Nach 60 gespielten Minuten stand es 3:3, weshalb es vor über 100 Zuschauern in der Saturn Arena zum Penalty-Schießen um den Finaleinzug kam. Die ersten zwei Schützen beider Mannschaften scheiterten jeweils an den starken Torhütern. Stefan Majewski brachte den Knoten für Mailing dann zum Platzen und verwandelte als dritter Schütze seinen Versuch trocken per Handgelenksschuss.
Nun waren alle Augen auf Jakob Gamperl im Tor der Grizzlys gerichtet. Der Marktredwitzer Spieler lief an, schoss und scheiterte an Gamperl, der damit den Halbfinal-Triumph seiner Mannschaft perfekt machte.

Der Sieg bedeutete, dass man zum großen Finaltag der DNHL am 29. März reisen würde, um nach dem Titel der dritten Liga zu greifen. Der Gegner stand mit den Nürnberg Knights bereits fest, die sich in deren Halbfinale gegen die Bengasi Bombers ebenfalls mit zwei Siegen und einer Niederlage durchgesetzt hatten. Für die Anreise zum Finaltag wurde ein Bus samt Freigetränken organisiert und so traf man bei bester Laune an der Arena in Nürnberg ein. Der Finaltag entpuppte sich als gut organisiertes Eishockey-Event. Minutiös durchgetaktet und -geplant, mit Spielen auf zwei Eisflächen parallel, Essens- und Sponsoren-Ständen und über 1000 Zuschauern auf den Rängen, war der Rahmen für die sieben Finalpartien gesetzt. Jetzt galt es, sich in 60 Minuten Eishockey für die Mühen einer ganzen Saison zu belohnen – oder mit leeren Händen nach hause zu fahren. Das wussten auch die Knights. Jene Mannschaft, die die Grizzlys schon unter der Saison geschlagen hatte und an diesem Tag den deutlich besseren Start erwischte.
Manu Königer im Mailinger Tor war sichtlich bedient. 0:1 nach nur dreißig Sekunden, 0:3 bereits nach zehn Minuten. Horror Start in das alles entscheidende Finalspiel. Dabei waren die Tore allesamt aus eher ungefährlichen Spielsituationen heraus entstanden und weniger sein Verschulden, als das seiner nervösen Vordermannschaft, die jegliche Struktur in der defensiven Zone vermissen ließ. Nun aber sahen sich die Coaches Joey Hilgart und Robert Majewski gezwungen, Christopher ‚Lucky’ Knust früher einzuwechseln, als eigentlich aus Gründen der Fairness für dieses bedeutsame Spiel geplant.

Der Impuls zeigte Wirkung: Anderthalb Minuten später konnte Marco Baumeister den Mailinger Anschlusstreffer erzielen, kurz darauf Jeremy Eisenhofer zum 2:3 Pausenstand nachlegen. Die Grizzlygang war nun endlich im Spiel angekommen. Im ausgeglichenen, zweiten Abschnitt dauerte es dann bis zur 15. Minute, ehe das nächste Tor fiel. Nachdem die Schiedsrichter bei bereits angezeigter Strafe gegen Fabian Mathes noch ein Foul von Eisenhofer gesehen hatten, schickten sie beide gleichzeitig auf die Strafbank. Somit fanden sich die Mailinger in einer zweiminütigen, doppelten Unterzahl wieder. Kurz vor deren Ende konnten die Nürnberg Knights durch Marcel Van Trill wieder auf 2:4 erhöhen. Von seiner Verschnaufpause auf der Strafbank gestärkt, negierte der wieder einmal stark aufspielende ‚Jerry’ Eisenhofer den Nürnberger Treffer wenig später jedoch per Alleingang – 3:4 und noch knapp vier Minuten im zweiten Drittel zu spielen. Und diese vier Minuten hatten es in sich. Erst Jona Lohse auf Zuspiel des ebenfalls herausragenden Marco Baumeister mit dem Ausgleich (38. Minute), dann Baumeister selbst mit der 5:4-Führung (39.) ließen die Mailinger Bank und die vielen mitgereisten Fans jubeln.

Im letzten Durchgang hatten beide Mannschaften Spielanteile. Die Tragweite des Spiels wohl im Hinterkopf, zeigten Akteure auf beiden Seiten jedoch Nerven, wenn es darauf ankam und vergaben teils Großchancen. Bei Mailing konnte sich Goalie Knust außerdem immer wieder mit starken Paraden hervortun und hielt somit die Führung des TSV fest. Bis zur 50. Minute.
Eine Mailinger Strafzeit war gerade abgelaufen, da traf wieder Marcel Van Trill zum Ausgleich für Nürnberg. Doch dieser sollte nur 1:27 Minuten währen. Nach Bully im Nürnberger Drittel, war es Simon Resch, der mit dem viel-umjubelten 6:5 (52.) den späteren Gamewinner erzielte. Trotz aller Bemühungen der Knights, das Spiel nochmals auszugleichen, konnte Mailing den Spielstand über die Zeit bringen. Bei ertönen der Schlusssirene stürmte das Team im Freudentaumel das Eis und feierte den Titelgewinn ausgiebig

Im Anschluss blieb die Mannschaft noch in Nürnberg, um das Endspiel der zweiten Liga – hier unterlag Hauptrundensieger Gutmann Gladiators den Ice Sharks Weiden knapp mit 3:4 – sowie das DNHL 1 Finale gemeinsam anzusehen. Im Spitzenspiel des Tages, zwischen Rekordmeister Eisbären Lauf und der ersten Mannschaft der Nürnberg Knights, konnten letztere dank eines deutlichen 6:2 Erfolgs zum zweiten Mal in Folge den Schuhschrank-großen Pokal in die Höhe stemmen.


Der Drittliga-Pokal kam unterdessen nach einstündiger Busfahrt nebst ausgelassener Feier mitsamt der frisch gebackenen TSV-Meistermannschaft wohlbehalten in Ingolstadt an und wird derzeit an einem geheimen Ort verwahrt, ehe er hoffentlich bald im Vereinsheim am Himmelreich seinen Sommer-Wohnsitz beziehen und von allen Vereinsmitgliedern und Besuchern der Gaststätte bewundert werden kann
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